Expedition in das Kiel der Zukunft

Frisch aus dem Flieger habe ich vorgestern an der Expedition in das Kiel der Zukunft teilgenommen.
Unsere Landeshauptstadt ist mitten in einem massiven städtebaulichen Wandel, der das Stadtbild deutlich verändern wird. Dabei ist es wichtig, auch und insbesondere den Dialog mit unseren Einwohner*innen hinsichtlich zukünftiger Stadtgestaltung zu suchen. Unter dem Titel „Kleiner Kiel – Großer Durchbruch“ wurden gestern Architektur, Städtebau und Freiräume der Kieler Innenstadt thematisiert.
Auf dem Sparziergang erörterten Dr. Dankwart Guratzsch, Architekturkritiker aus Frankfurt am Main, und Dr. Johannes Rosenplänter, Leiter des Kieler Stadtarchivs, kritisch, provokativ und inspirierend aktuelle Fragen der baulichen Entwicklung der Kieler Innenstadt. Die Antworten und Diskussion der beiden Experten wurden hierbei live auf die Kopfhörer übertragen und am Ende im Plenum mit den anwesenden Gâsten diskutiert.

Das Fazit: Kiel ist und bleibt eine städtebauliche Herausforderung und braucht im Umbruch Mut zur Gestaltung, Poesie und historische Milieus in der Innenstadt zwecks spezifischer Identifikation. Der Forderung des Flaneurs Guratzsch, Altstadtflair statt Siedlungsbau in der Innenstadt zu favorisieren, stehen fehlende Investionsmittel, Wohnraumknappheit und die z.T. geringe oder fehlende Planungshoheit der Stadt gegenüber. Besonders interessant fand ich auch die Ausführungen zum fehlinterpretierten Denkmalschutz und daraus abgeleiteten Forderung der Abschaffung insbesondere bei Bauten der 50er Jahre.
Darüber hinaus liegt gerade im Kleinen Kiel-Kanal ein großes Potenzial für die Belebung der Innenstadt. Durch die Aufhebung der derzeit trennenden Wirkung der Holstenbrücke zwischen Altstadt und Vorstadt entsteht ein hochwertiger öffentlicher Raum, der die Aufenthaltsqualität in der Kieler Innenstadt erhöhen soll. Auf den Kosten bleibt übrigens nicht die Stadt sitzen, denn für den Bau des Kleinen Kiel-Kanals werden rund 11 Millionen Euro an Zuschüssen aus der Städtebauförderung des Landes investiert. Bei aller Kritik der beiden Experten an der Architekur der Geschichte und Gegenwart unserer Stadt: Kiel bleibt lebens- und liebenswert und wird sich als selbstbewusste Stadt weiter entfalten! Seid mit mir gespannt auf die Veränderungen…

 

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